Aktuelles

03.02.2020

 

Fit im Schnitt? Biologische Stationen bilden Obstbaumwarte aus

 

Streuobstwiesen sind ein bedrohtes Element unserer Kulturlandschaft. Immer mehr Obstbäume sterben verfrüht mangels professioneller Pflege und verfügbarer Fachleute. Diesem Problem wollen fünf Biologische Stationen mit dem vom Landschaftsverband Rheinland geförderten Projekt „Fit im Schnitt“ begegnen. An insgesamt 13 Kurstagen (Wochenendtage) im Ausbildungszeitraum von 2020 bis 2022 werden theoretische und praktische Kenntnisse von „A“ wie „Anlage von Obstwiesen“ bis „Z“ wie „Zuccalmaglios Renette“ vermittelt. Darüber hinaus ist die Durchführung von Veranstaltungstagen vorgesehen, bei denen die Öffentlichkeitsarbeit der angehenden Baumwarte im Vordergrund steht. Besonderheit dieser Ausbildung ist ein Praktikum von 30 Stunden im dritten Ausbildungsjahr, in dem die zukünftigen Expert*innen sozusagen als Gehilfen der „alten Hasen“ bei echten Pflegemaßnahmen ihre erlernten Fähigkeiten professionalisieren.

Foto: Klaus Kocanda, NABU-Naturschutzstation Leverkusen - Köln

Gesucht werden Menschen, die sich langfristig für die Förderung und den Erhalt von Streuobstwiesen in ihrer Region einsetzen wollen. Dabei ist es von besonderer Wichtigkeit, dass sich die Teilnehmenden bereit erklären, ihr erworbenes Wissen nicht nur im eigenen Garten anzuwenden, sondern insbesondere auch den Menschen in ihrer Region als Ansprechpartner*innen und für die Durchführung von Pflegemaßnahmen zur Verfügung zu stehen. Die Ausbildung verzahnt die Vermittlung von theoretischen Grundlagen an zwei zentralen Standorten (NABU Station Leverkusen-Köln bzw. Biostation Rhein-Berg in Rösrath) mit einem hohen Anteil praktischer Kurstage im Umkreis der jeweiligen Biologischen Station. Interessent*innen sind gebeten, sich bis zum 21. Februar 2020 bei der jeweiligen Biologischen Station zu melden und einen Vorstellungstermin abzustimmen.

 

Biologische Station Rhein-Berg (Rheinisch-Bergischer Kreis)

Biologische Station Oberberg (Oberbergischer Kreis)
NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln (Stadt Leverkusen / Stadt Köln)
Biologische Station im Rhein-Kreis Neuss (Rhein-Kreis Neuss)
Biologische Station Mittlere Wupper (Wuppertal, Solingen, Remscheid)

 

Der erste Kurstag wird Ende März / Anfang April stattfinden. Weitere Kurstage folgen im Abstand von zwei bis vier Monaten. Dank der Förderung des Landschaftsverbands Rheinland, beläuft sich der Teilnahmebeitrag für die drei Jahre auf eine Schutzgebühr von 100,- €.

 

Für weitere Informationen zum Projekt wenden Sie sich bitte an:

Herrn Maximilian Lörch
Tel.: 02293 9015-22
loerch@bs-bl.de

13.07.2018

Neue Broschüre „Wiesen und Weiden im Bergischen Land – erkennen-entdecken-wertschätzen“

 

„Welche Pflanze ist das?“ fragen sich Interessierte an diesem sonnigen Sommertag beim Blick auf eine violette Blüte auf einer steilen Weide entlang des Weges. Ein schwarz-weiß gemusterter Schmetterling trinkt dort den Nektar und fliegt danach weiter. Es handelt sich dabei um einen Schachbrettfalter. Die Weide wird im Vertragsnaturschutz bewirtschaftet. Das bedeutet, dass hier nur verhältnismäßig wenige Rinder weiden dürfen. Daher blühen hier noch viele bunte Blumen, z.B. auch die violetten Wiesen-Witwenblumen.

 

Die neu entwickelte, gut 100 Seiten umfassende Broschüre soll dabei helfen, 43 charakteristische Wiesen-Pflanzen des Bergischen Landes mit Hilfe von Zeichnungen, Fotos und Texten zu erkennen. Im besonderen Fokus stehen dabei drei regional typische Grünland-Lebensräume: artenreiche Heuwiesen, Magerweiden und Feuchtwiesen. Diese zu erhalten haben sich die Partner der Modellregion auf die Fahne geschrieben und werden dabei unterstützt von dem Oberbergischen Kreis und dem Rheinisch-Bergischen Kreis sowie dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ein wichtiges Instrument zum Erhalt des artenreichen Grünlandes ist der Vertragsnaturschutz, der auch besonders im Rahmen der Modellregion gefördert wird. Landwirte und Landwirtinnen bewirtschaften dabei ihre Flächen nach bestimmten auf naturschutzverträgliche Weise und werden dafür finanziell honoriert. Nicht zuletzt tragen sie durch diese Arbeit auch zu dem Blütenreichtum und damit zum reichhaltigen Angebot an Nektarpflanzen für Insekten auf unseren bergischen Wiesen und Weiden bei.

 

Möchten auch Sie mehr über die bunte Pflanzenwelt in unserer Region erfahren?

Dann laden Sie hier die Broschüre herunter:

Broschüre "Wiesen und Weiden im Bergischen Land"
Broschüre Wiesen und Weiden im Bergische[...]
PDF-Dokument [9.7 MB]

Die gedruckte Version erhalten Sie kostenlos bei den Biologischen Stationen (Versand möglich, wenn eine adressierte und mit 1,45 € vorfrankierte DIN A4 Rückversandtasche beigelegt wird).

 

Biologische Station Oberberg

Rotes Haus, Schloss Homburg 2

51588 Nümbrecht

 

Biologische Station Rhein-Berg

Kammerbroich 67

51503 Rösrath

 

Veranstaltungsbericht

 

2. Fachveranstaltung „Landwirtschaft für Naturschützer“ in Leichlingen im Rahmen des Projektes „Modellregion Landwirtschaft und Naturschutz – Bergisches Land“

 

Am 10. November nahmen rund 20 Interessierte an der Veranstaltung „Landwirtschaft für Naturschützer“, die im Rahmen des Projektes „Modellregion Landwirtschaft und Naturschutz – Bergisches Land“ stattfand, teil.

 

Verständnis für die Arbeit und Sorgen des Anderen zu haben setzt auch die Kenntnis über fachliche Hintergründe voraus. Im Sinne eines gegenseitigen Wissenstransfers luden die Partner der Modellregion zum zweiten Mal auf einen landwirtschaftlichen Betrieb ein. Dieses Mal kamen rund 20 Interessierte am 10. November auf dem Sonnenhof von Stefan Joest in Leichlingen-Sonne zusammen. Im Rahmen der Hofbesichtigung erfuhren die Teilnehmenden von Landwirt Stefan Joest Näheres über die Bewirtschaftungsmethoden zur Futtererzeugung und den Futterbedarf des 60 Milchkühe zählenden Betriebs. Neben der Milchviehwirtschaft und dem Kartoffelanbau mit Selbstvermarktung hat sich der Familienbetrieb in 5. Generation seit nun mehr zehn Jahren ein drittes Standbein mit der Pensionspferdehaltung aufgebaut.

 

In dem darauffolgenden Vortrag von Peter Lautz, Kreislandwirt und Vorsitzender der Kreisbauernschaft Rhein Berg, ging es um die Entwicklung der Landwirtschaft im Bergischen Land. Zunächst wurden die Anwesenden mit den wichtigsten Zahlen und Fakten vertraut gemacht. Bei der Arbeit eines landwirtschaftlichen Betriebes im Bergischen Land spielen neben der Pflege der Kulturlandschaft sowohl ökonomische als auch soziale Aspekte die wichtigste Rolle. Diese Zusammenhänge wurden anhand anschaulicher Beispiele verdeutlicht. Lautz stellte auch die Probleme dar, mit denen die bergischen Betriebe zu kämpfen haben, u. a. der Wegfall von wichtigen landwirtschaftlichen Flächen durch Ausgleichsmaßnahmen oder die Verwechslung von Freizeitwiesen und Wirtschaftswiesen durch einige Mitbürger. Anschließend fand beim Verzehr einer wärmenden Suppe noch ein konstruktiver Austausch zwischen Landwirtschaft und Naturschutz statt.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Projektes „Modellregion  Landwirtschaft und Naturschutz – Bergisches Land“.

 

Ein Kooperationsprojekt der

 

Fachdialog Grünland

 

der Biologischen Stationen Oberberg und Rhein-Berg

in Kooperation mit den Kreisbauernschaften Oberbergischer Kreis und Rhein Berg und der Landwirtschaftskammer NRW

 

Die enge Kooperation mit den Vertretern der Landwirtschaft ist schon seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil bei der Umsetzung der Arbeit der Biologischen Stationen Oberberg und Rhein-Berg, ohne den sich viele Naturschutzmaßnahmen in beiden Kreisen nicht hätten verwirklichen lassen.

 

Am 26.11.2016 trafen sich Landwirte und Naturschützer im Landschaftshaus in Nümbrecht zum Fachdialog Grünland, einer Fachveranstaltung im Rahmen des LVR-Projektes „Naturschutz trifft Kulturlandschaft“ und der „Modellregion Landwirtschaft und Naturschutz – Bergisches Land“.

 

Die vier Vorträge von Ulrike Thiele (LANUV), Hubert Kivelitz (LWK NRW), Prof. em. Dr. Wolfgang Schumacher und Markus Schmitz (Landwirt) beleuchteten das Thema Grünland aus landwirtschaftlicher und naturschutzfachlicher Sicht.

 

Die vier Vorträge können Sie hier herunterladen:

Erfahrungen von Milchviehbetrieben mit der Nutzung von Vertragsnaturschutz
Erfahrungen v. Milchviehbetrieben mit de[...]
PDF-Dokument [3.8 MB]
Grünes Grünland oder buntes Grünland?
Grünes Grünland oder buntes Grünland_LWK[...]
PDF-Dokument [7.1 MB]
Integration von extensivem Grünland in Milchviehbetrieben
Integration von extensivem Grünland in M[...]
PDF-Dokument [6.8 MB]
Vertragsnaturschutz in NRW-Perspektiven im Bergischen Land
Vertragsnaturschutz in NRW-Perspekitven [...]
PDF-Dokument [3.4 MB]

 

Bei der gut besuchten Veranstaltung gab es einen intensiven Austausch über die Chancen, Möglichkeiten und neuen Wege zu mehr Artenreichtum in der Grünlandwirtschaft und der Integration von extensiv bewirtschaften Vertragsnaturschutz-Grünland in landwirtschaftliche Betriebe.

Biologische Station Rhein-Berg
Kammerbroich 67
51503 Rösrath


Tel 0 22 05 - 94 98 94 0
Fax 0 22 05 - 94 98 94 99
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Rhein-Berg@BS-BL.de

 

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